sanWissen

Was sich verändert.
Und was Sie tun können.

Einordnung statt Schlagzeilen. Hier sammle ich, was Sanitätshäuser wirklich betrifft — aktuelle Entwicklungen, die Hindernisse des Alltags und die passenden Hebel. Immer mit derselben Frage im Blick: Was heißt das konkret für Ihren Betrieb, und wo ist der Hebel, den Sie selbst in der Hand haben?

Wissenswertes & Neuheiten

Was sich draußen ändert — Gesetze, Reformen, Marktbewegungen. Nüchtern eingeordnet, ohne Alarm.

Aktueller Anlass · August 2026

Absetzungen über MIP: Wenn Ihr Kostenvoranschlag als „vertragslos“ gilt

Was passiert

Seit dem 1. Dezember 2025 pflegen Hilfsmittel-Leistungserbringer ihre Versorgungsgebiete direkt im MIP-Vertragsmanager der medicomp GmbH — vorher lieferten das die Verbände als Liste. Die alten Listen wurden gelöscht, neue nehmen die Kassen nicht mehr an. Die Übergangsfrist endete am 28. Februar 2026. Betroffen sind unter anderem BARMER, DAK-Gesundheit, HEK, hkk, IKK classic, Knappschaft und pronova BKK.

Was das für Ihr Haus heißt

Ohne erfasstes Gebiet hinterlegt MIP nur noch die Postleitzahl Ihrer Firmenanschrift. Jeder Kostenvoranschlag von außerhalb trifft damit auf einen vermeintlich vertragslosen Zustand und wird schon bei der Eingangsprüfung zurückgewiesen. Versorgt haben Sie trotzdem — die Absetzung kommt später. Dazu tauchen Sie in der Vertragspartner-Suche der Kassen nicht mehr auf. Nach Auswertung des Betreibers hatten nur rund 30 % der Betriebe ihre Gebiete erfasst.

Ihr Hebel

Die Pflege selbst ist ein Nachmittag Arbeit. Die eigentliche Frage ist eine andere: Diese Umstellung lief seit Dezember, und gemerkt hat man sie bei vielen Häusern erst an den Absetzungen. Stammdaten haben selten einen Besitzer — deshalb fällt ihr Verfall niemandem auf, bis Geld fehlt. Wer festlegt, wer Portale pflegt und wer Absetzungsgründe liest, sieht das nächste Mal die Ursache statt nur den Schaden.

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Zum Nachdenken

Wissen Sie, welche Postleitzahlen heute für Ihr Haus im MIP hinterlegt sind — und wer bei Ihnen dafür zuständig ist?

Aktueller Anlass · August 2026

400 Millionen verloren, 3 % gekürzt — was das über den Spardruck sagt

Was passiert

Rund 20 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung etwa 400 Mio. € im Immobilienfonds Verius verloren — obwohl das Sozialgesetzbuch ihnen vorschreibt, Beitragsgeld so anzulegen, dass „ein Verlust ausgeschlossen erscheint". Der Bundestag fragt nach, mehrere Institutionen klagen.

Was das für Ihr Haus heißt

Zunächst nichts. Es sind andere Töpfe als die Leistungsausgaben, und der 3-%-Abschlag ab 2027 wird deswegen nicht zurückgenommen. Was sich ändert, ist die Erwartung: Wer darauf setzt, dass der Spardruck politisch korrigiert wird, sobald öffentlich wird, wo Geld versickert, plant auf einer Hoffnung.

Ihr Hebel

Rechnen Sie nicht mit einer Korrektur von außen. Die Vergütung wird nicht besser, weil an anderer Stelle Fehler passiert sind — sie wird ab 2027 schlechter. Der einzige Hebel, der Ihnen bleibt, ist derselbe wie vorher: der eigene Betrieb. Nur ist jetzt eine Ausrede weniger im Spiel, ihn nicht anzufassen.

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Zum Nachdenken

Wie viel Ihrer Planung für 2027 hängt daran, dass jemand anderes seine Entscheidung zurücknimmt?

Aktueller Anlass · Juli 2026

GKV-Spargesetz: 3 % weniger — und was jetzt zählt

Was passiert

Der Bund kürzt ab 2027 pauschal 3 % der Vergütung jeder Hilfsmittelversorgung — befristet auf zwei Jahre. Gleichzeitig sind die erlaubten Preissteigerungen gedeckelt. Das Gesetz (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) hat der Bundestag am 10. Juli 2026 beschlossen.

Was das für Ihr Haus heißt

Die 3 % gehen von der gesamten Vergütung ab — nicht nur vom Produkt, sondern auch von Beratung, individueller Anpassung und Reparatur. Nach unten gekürzt, nach oben gedeckelt: kaum Spielraum, steigende Lohn-, Energie- und Materialkosten aufzufangen. Am härtesten trifft es serviceintensive und individuelle Versorgungen.

Ihr Hebel

Den Abschlag halten Sie nicht auf. Aber 3 % lassen sich zurückholen — nicht über den Preis, sondern über den Betrieb: schlankere Abläufe, saubere Dokumentation, konsequent genutzte Branchensoftware, weniger Verwaltungsaufwand. Wer 2026 vorbereitet ist, fängt 2027 souverän ab, statt in die Marge zu rutschen.

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Zum Nachdenken

Wüssten Sie, wo bei Ihnen diese 3 % stecken?

Aktueller Anlass · Juni 2026

Pflegereform: Die 42-€-Pauschale wackelt — was das fürs Pflegebox-Geschäft heißt

Was passiert

Der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG, Juni 2026) will die eigenständige 42-€-Monatspauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (§ 40 Abs. 2 SGB XI) streichen und in ein flexibles Entlastungsbudget überführen — geplant ab 2027. Pflegegrad 1 fiele ganz heraus. Noch ist nichts beschlossen, aber die Richtung steht.

Was das für Ihr Haus heißt

Aus einer automatischen, zweckgebundenen Monatsleistung wird eine Ermessensausgabe des Kunden: Die Pflegebox konkurriert plötzlich mit Betreuungs- und Haushaltsleistungen um dasselbe Budget. Ein ganzes Kundensegment (Pflegegrad 1) fällt weg. Und das trifft Sie gleichzeitig mit dem 3-%-Abschlag bei den SGB-V-Hilfsmitteln — beide Standbeine unter Druck.

Ihr Hebel

Aufhalten können Sie es nicht. Aber Sie entscheiden, wie robust das Geschäft dasteht, wenn die automatische Einnahme zur Ermessensausgabe wird: schlanke Logistik pro Box, niedrige Prozesskosten, digitale Nachbestellung, echte Kundenbindung. Wer 2026 die Abläufe schlank und die Kundenbeziehung stark hat, verteidigt 2027 sein Geschäft — wer auf den Automatismus vertraut, verliert es still.

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Zum Nachdenken

Wie krisenfest ist Ihr Pflegehilfsmittel-Geschäft, wenn die Pauschale kippt?

Hindernisse & Lösungen

Die Themen, die bleiben — und was sie mit Ihren internen Prozessen zu tun haben.

Demografischer Wandel

Die Zahl der Versorgungen steigt Jahr für Jahr, die Kapazitäten wachsen nicht mit. Mehr Fälle bei gleicher Mannschaft trägt nur, wenn jeder Fall weniger Reibung kostet.

Kapazität aus dem Bestand holen →

Fachkräftemangel

Auf 100 offene Stellen kommen in der Branche gerade einmal 12 Bewerbungen. Weniger Hände, gleiche Arbeit — das trägt nur, wenn die Abläufe die Menschen entlasten statt aufhalten.

Wo Ihr Team Zeit verliert →

Sinkende Margen

Kosten steigen, die Kostenträger vergüten nicht besser. Wenn der Preis kein Hebel ist, bleibt der Betrieb: Wo versickern Zeit und Geld, ohne dass es jemandem auffällt?

Die stillen Verlustpunkte finden →

Digitalisierungsdruck

Neue Anforderungen, alte Systeme. Digitalisierung entlastet erst, wenn die Prozesse dahinter stimmen — sonst digitalisieren Sie nur das Chaos und wundern sich, dass nichts schneller wird.

Erst Prozess, dann Technik →

Fehlende Transparenz

Der Betrieb läuft — aber niemand weiß genau, wie effizient. Ohne Kennzahlen steuern Sie im Nebel; die ersten Verbesserungen fangen genau dort an, wo Zahlen sichtbar machen, was das Bauchgefühl ahnt.

Klarheit über den eigenen Betrieb →

Kurze Frage? Kurzer Weg.

Nicht jede Frage braucht gleich ein Beratungsgespräch. Schreiben Sie mir — ich antworte selbst, in aller Regel am selben Tag.

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